Vorstand der BA verdient auf Kanzler-Niveau

Leider konnten wir im Geschäftsbericht der Bundesagentur für Arbeit für das Jahr 2011, der am 4. April 2012 vorgestellt wurde, überhaupt keine Informationen zum Vermittlungsgutschein finden. Bedauerlich, dass ein solch erfolgreiches Instrument, dass Jahr für Jahr Tausende Menschen in sozialversichungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse führt, in der Außendarstellung der BA eine offensichtlich untergeordnete Rolle spielt. Hier wird der Geschäftsbericht 2012 zum Download bereitgestellt. (Link am 24.11.2014 aktualisiert)

Frank Weise, Chef der Bundesagentur für Arbeit
Frank Weise, Chef der Bundesagentur für Arbeit, und seine Vorstandskollegen verdienen auf Kanzlerniveau

Dafür ist uns etwas anderes aufgefallen: ohne jetzt eine Neid-Debatte zu beginnen sind die Bezüge der BA-Vorstände doch erstaunlich hoch. Man könnte durchaus von einem Einkommen auf Niveau der Bundeskanzlerin sprechen.

Hier der entsprechende Absatz des Geschäftsberichts:

Während des abgelaufenen Jahres wurden die Geschäfte der BA durch Herrn Frank-J. Weise
(Vorstandsvorsitzender), Herrn Heinrich Alt (Vorstandsmitglied) und Herrn Raimund Becker (Vor-
standsmitglied) geführt. Die an die Mitglieder des Vorstands ausgezahlten Bezüge beliefen sich
im Jahr 2011 insgesamt auf rund 730.000 Euro.

Eine Aufschlüsselung fehlt, aber es darf unterstellt werden, dass der Chef der Arbeitsagentur, Frank Weise, einen etwas größeren Anteil als seine beiden Kollegen erhält.

Und wie viel verdient nun die Bundeskanzlerin? Laut Wikipedia erhält sie 226.000 € pro Jahr (Besoldungstabelle von 2009. Hinzu kommen beamtenrechtliche Zuschläge in Höhe von etwa 22.000 €. Die Bundesregierung hat sich übrigens gerade eine Gehaltserhöhung genehmigt, bis August 2013 werden Kanzlerin und Minister um insgesamt 5,7 Prozent mehr verdienen.

Wir wollen – und können auf die Schnelle – jetzt nicht genau nachrechnen, was nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben am Ende herauskommt, auch die Versorgungsleistungen – kurz das gesamte „Package“ – dürfte etwas unterschiedlich ausfallen. Und doch ist es äußerst interessant zu sehen, dass im Vorstand der BA – hierbei handelt es sich immer noch um eine bundesunmittelbare Körperschaft des öffentlichen Rechts, die der Aufsicht des Bundesministerium für Arbeit und Soziales untersteht – in etwa genau so viel verdient wird wie „zwei Etagen höher“, die Kanzlerin steht ja über dem zuständigen Minister für Arbeit und Soziales.

Kommentare sind immer, hier sogar besonders willkommen!

Der Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS) kommt

Der deutsche Bundestag beschloss am 23. September 2011 mit dem „Gesetz zur Verbesserung der Eingliederungschancen am Arbeitsmarkt“ weitreichende Änderungen bezüglich der Nutzung des Vermittlungsgutscheins. Ab dem 1. April 2012 treten diverse Neuregelungen in Kraft, so wird der Vermittlungsgutschein umgetauft, der neue Name Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS) soll unterstreichen, dass sein Einsatzspektrum deutlich ausgeweitet wird. Auch wird das bewährte Instrument entfristet, d.h. es erlangt den Status einer regulären Maßnahme, mit der die Leistungsträger die Beschäftigungssituation in Deutschland nun also langfristig verbessern können.

 

Die wichtigsten Änderungen, die am 1. April 2012 in Kraft treten, im Einzelnen:

 Was ändert sich am 01.04.2012 für ALG1-Bezieher?

Die Wartezeiten werden (aus Sicht der Anspruchberechtigten) verbessert: Bezieher von Arbeitslosengeld I (ALG1) können den AVGS nach dem Ermessen der Arbeitsagentur bereits ab dem ersten Tag der Arbeitslosmeldung erhalten. Sind sie länger als sechs Wochen Arbeitslosigkeit und bezogen innerhalb der letzten drei Monate Arbetislosengeld I, so haben sie sogar einen Rechtsanspruch auf den Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein.

 

Änderungen für ALG2-Bezieher (Hartz IV)

Personen, die Arbeitslosengeld II (Hartz IV) erhalten, können nach dem Ermessen des Jobcenters / der Optionskommune den Vermittlungsgutschein ohne Wartezeit erhalten.

 

Personen, die weder ALG1 noch ALG2 beziehen (Nichtleistungsbezieher)

Nichtleistungsbezieher (Arbeitssuchende ohne Leistungsbezug) bekommen nach der Novellierung erstmals die Chance, den (neuen) Vermittlungsgutschein zu nutzen. Dieser wird – analog zu der Anwendung bei ALG2-Beziehern, nach dem Ermessen des Leistungsträgers erteilt.

 Honorare bleiben unverändert

Die finanzielle Ausgestaltung des Aktivierungs- und Vermittlungsgutscheins wurde nicht geändert. Hier gelten die vom Vermittlungsgutschein bekannten Bestimmungen, sowohl was die Höhe, als auch was die Auszahlungsmodalitäten betreffen. Somit fand seit Januar 2005 keine Erhöhung mehr statt. Das Honorar, das ein privater Arbeitsvermittler für eine erfolgreiche Vermittlung erhält, beläuft sich auf 2.000 Euro, bei Langzeitarbeitslosen und Behinderten ist eine Aufstockung auf 2.500 Euro möglich, auch bei den Auszahlungsbedingungen des Vermittlungsgutscheines bleibt alles wie gehabt (1.000 Euro nach 6 Wochen Beschäftigung, Restsumme nach 6 Monaten).

 

Zertifizierung für private Arbeitsvermittler bald zwingend vorgeschrieben

Nach dem Ablauf einer Übergangsfrist müssen Vermittler, die auf Basis des Aktivierungs- und Vermittlungsgutscheins vermitteln möchten, dem 1. Januar 2013 eine Zertifizierung nachweisen. Auf diesen für private Arbeitsvermittler sehr wichtigen Punkt werden wir in einem gesonderten Beitrag eingehen. Eine Zertifizierung kann sehr teuer werden und gerade für kleine Personalvermittler, da die Zertifizierung zudem regelmäßig erneuert werden muss, dazu führen, dass das bisherige Geschäftsmodell so nicht mehr tragfähig ist. Wir werden versuchen, diesen Sachverhalt kompetent aufzuarbeiten.

 

Wirkungsbereich wird ausgeweitet

Neu ist die Möglichkeit für Arbeitssuchende, über den AVGS auch Leistungen wie Bewerbungstraining und -coaching in Anspruch nehmen zu können. Für mittels Aktivierungsgutschein abrechenbare Maßnahmen ist für den Ausführenden (Bildungsträger, Arbeitsvermittler usw.) eine gesonderte Träger- und Maßnahmezertifizierung nötig.

 

VGS 2011 – Zeit für eine neue Statistik

Auch wenn das Jahr 2011 noch nicht ganz vorbei ist (und die Dezember-Zahlen ohnehin erst in 2012 vorliegen werden), ist es Zeit für eine neue VGS-Statistik. Wie oft wurde der Vermittlungsgutschein in den letzten Monaten genutzt? Und da wir bereits in unserer letzten Statistik die aktuellen Werte mit den Vorjahreswerten verglichen haben, soll auch jetzt die Veränderung 2010 auf 2011 „visualisiert“ werden. Der Trend, dass weniger Vermittlungsgutscheine genutzt werden als im Vorjahr hat sich fortgesetzt. In keinem einzigen Monat des Jahres 2011 wurden mehr erste Raten an Arbeitsvermittler ausgezahlt (auf dieser Grundlage basiert die Statistik).

Vermittlungsgutschein 2011
Vermittlungsgutschein 2011

Während der Unterschied im September mit 2007 (für das Jahr 2010) zu 1162 (für 2011) Vermittlungsgutscheinen und im Oktober mit 1799 VGS (2010) zu 1150 VGS (2011) mehr als deutlich, man kann hier fast von einer Halbierung sprechen, so näherten sich die Werte im November wieder etwas an. 2042 (November 2010) zu 1601 (November 2011) bedeutet aber auch noch einen Rückgang von etwa 22 Prozent.

Auch wenn die Zahlen am deutschen Arbeitsmarkt immer noch gut aussehen und das möglicherweise ein Grund ist, dass die Nachfrage nach Vermittlungsgutscheinen zurückgeht, so könnte aus dem November abgelesen werden, dass sich die Situation wieder verschlechtert. Wobei sich in den Wintermonaten (insbesondere im Januar) traditionell viele Menschen auf die Suche nach einem neuen Arbeitsplatz machen.

Arbeitskräftenachfrage: BA-X erreicht Rekordstand

Gute Nachrichten: die Arbeitslosigkeit ist vom Oktober auf den November 2011 um 24.000 auf 2.713.000 gesunken. Der Rückgang fiel damit stärker aus als in den Vorjahren. Auch saisonbereinigt errechnet sich nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit ein Minus – die Arbeitslosigkeit sank nach dieser Berechnung, die typische jahreszeitliche Schwankungen ausgleicht, um 20.000.

Die Zahl der arbeitslosen Menschen reduzierte sich verglichen mit 2011 um 214.000. Maßgeblich für diese signifikante Abnahme ist der Zuwachs sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung, der tendenziell die Chancen erhöht hat, durch Aufnahme einer Beschäftigung der Arbeitslosigkeit zu entkommen.

Neben konjunkturellen Gründen haben nach Einschätzung der Experten der Arbeitsagentur der Strukturwandel und die Reformen am Arbeitsmarkt die Chancen der Arbeitslosen auf eine feste Beschäftigung deutlich verbessert. Interessant ist die Einschätzung, dass sich die Arbeitslosigkeit in den letzten Jahren günstiger entwickelt, als dies bei gleicher Konjunktur noch vor zehn Jahren zu erwarten gewesen wäre.

Unterbeschäftigung in Deutschland

Zur Unterbeschäftigung zählen auch Personen, die z.B. an entlastenden Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik teilnehmen oder aus anderen Gründen nicht als arbeitslos gelten – die Kurzarbeit wird hierbei nicht berücksichtigt. Diese Metrik vermittelt somit ein umfassenderes Bild vom Defizit an regulärer Beschäftigung als die reinen Arbeitslosenzahlen, auf die sich die Öffentlichkeit in der Regel fixiert. Im November belief sich die Unterbeschäftigung auf 3.859.000, 499.000 weniger als vor einem Jahr. Die Unterbeschäftigung ist damit stärker gesunken als die Arbeitslosigkeit. Ein Grund ist der Rückgang des Bestandes an Kurzarbeitern – die Abnahme der entlastenden Arbeitsmarktpolitik ist logisches Ergebnis der anziehenden Konjunktur.

Die nach dem international besser vergleichbaren ILO-Erwerbskonzept vom Statistischen Bundesamt ermittelte Erwerbslosigkeit belief sich in Deutschland für den Oktober auf 2,19 Millionen und die Erwerbslosenquote auf 5,2 Prozent.

Höhere Nachfrage nach Arbeitskräften – branchenübergreifend

Im November nahm der Bedarf nach Arbeitskräften merklich zu – der Bestand an gemeldeten Arbeitsstellen stieg auf 492.000, 98.000 mehr als im Vorjahr. Der Nachfragezuwachs verteilt sich auf fast alle Branchen. Besonders gesucht sind zurzeit Fachleute in den Bereichen Metall, Elektro, Maschinenbau, Verkehr, Logistik und Handel.

Der Stellenindex der Bundesagentur für Arbeit, der BA-X, bildet die saisonbereinigte Entwicklung der Arbeitskräftenachfrage am ersten Arbeitsmarkt ab. Hier erhalten Sie weitere Infos zum BA-X. Von Oktober auf November nahm der BA-X um acht auf 179 Punkte zu, womit verglichen mit dem November 2010 ein Plus von 29 Punkten festgestellt werden kann. Noch nie in seiner sechsjährigen Geschichte konnte der BA-X einen so hohen Wert erreichen. Die Arbeitskräftenachfrage nimmt also weiter zu – allen konjunkturellen Risiken zum Trotz.

Aktuelle Messebeteiligungen der BA in Köln

Zeit für ein Update: Die Bundesagentur für Arbeit ist auf diversen Messen rund um das Thema Arbeit und Personal vertreten. Eine gute Möglichkeit, um direkt in Kontakt zu treten. Natürlich hat die Arbeitsagentur ein ausreichend großes Filialnetz, doch eine Messebeteiligung ermöglicht es der BA, für eine bestimmte Zielgruppe (Absolventen, Personalvermittler, usw.) eine passgenaue Ansprache zu finden.

BERUFElive 2011

BERUFElive am 25.11 und 26.11 in Köln

Logo Berufe live Rheinland

Jugendliche und junge Erwachsene, die sich über Ausbildungsmöglichkeiten und Studienangebote informieren möchten, können dies am 25. und 26. November 2011 in Köln tun. Die Berufe live Rheinland sieht sich als die große Ausbildungs-, Berufs- und Studienmesse für das Rheinland, die Lokation bietet sich für Besucher aus Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Nordhessen an. In der Koelnmesse (Halle 11.1) können sich Jugendliche der Jahrgangsstufen 8 bis 13 sowie Lehrer und Eltern kostenlos bei rund 170 Ausstellern über Berufsbranchen, Ausbildungsgänge und Studienmöglichkeiten informieren. Unterstützt wird die Schülermesse von den Industrie- und Handelskammern Aachen, Bonn/Rhein-Sieg, Düsseldorf, Köln, Mittlerer Niederrhein und Wuppertal. Wichtig: Der Eintritt ist für die Besucher kostenlos. Die Bundesagentur für Arbeit finden Besucher in der Halle 11.1-A4.

 

Absolventenkongress (30.11. – 01.12.2011) in Köln

Logo Absolventenkongress

Der Absolventenkongress bezeichnet sich als größten Jobmesse Deutschlands. 2011 finder er am 30. November/ 1. Dezember in Köln statt – hier werden die Führungskräfte von morgen gesucht und gefunden.

Die Bundesagentur für Arbeit finden Sie in Halle 8 – 13.

 

BA-X mit neuem Spitzenwert im September

Der durch die Bundesagentur für Arbeit erhobene Stellenindex BA-X hat im September einen neuen Höchstwert erreicht: Mit 171 lag der Indikator um einen Punkt über dem Wert des Vormonats. Im Mai, als wir zuletzt über den BA-X berichtet hatten, betrug der Wert noch 164.

Entwicklung des Stellenindex BA-X
Entwicklung des Stellenindex BA-X

Der Trend des Stellenindex zeigt also weiterhin nach oben, auch wenn hin und wieder leichte Rückgänge zu verzeichnen sind. Dies lässt hoffen auf eine weiter positive Entwicklung am deutschen Arbeitsmarkt, auch wenn konjunkturelle Frühindikatoren darauf hinweisen, dass der wirtschaftliche Aufschwung deutlich an Fahrt verloren hat. Der Arbeitsmarkt folgt dieser Entwicklung üblicherweise mit einer Verzögerung von etwa einem halben Jahr. Somit könnte sich der BA-X in den Wintermonaten auch über mehrere Monate negativ entwickeln, aber das bleibt natürlich abzuwarten: Zu ungewiss sind die makroökonomischen Einflüsse, insbesondere die Krise in einigen südeuropäischen Euro-Mitgliedsstaaten, insbesondere in Griechenland.

Zukunft Personal 2011 – die Fachmesse für Personalmanagement

Vom 20. bis zum 22. September 2011 wird in Köln in den Räume der Kölnmesse (Hallen 3.2, 2.1 und 2.2, Eingang SÜD) erneut die Zukunft Personal stattfinden. An den drei Tagen können sich Besucher non 9:00 Uhr – 17:30 Uhr auf der nach Angaben größte Fachmesse für Personalmanagement in Europa über die neuesten Trends und Entwicklungen im Personalmanagement informieren.

Wer sich einen Endruck über die Vorjahresveranstaltung machen möchte, findet hier dazu ein paar Videos: http://www.zukunft-personal.de/content/e9346/index_ger.html

Zukunft Personal 2011

2010 konnten die Veranstalter der Zukunft Personal in Köln 11.837 Besucher (2009: 11.525) begrüßen – eine stolze Summe! Besonders gefragt waren im Vorjahr Strategien für das Online-Recruiting und Qualifizierungen für Vertriebsmitarbeiter und Führungskräfte. Auch 2011 dürften diese Themen im Mittelpunkt stehen. Hier unser Artikel zur Zukunft Personal 2010.

Eintrittspreise für die Zukunft Personal

Wie jedes Jahr werden auch 2011 zahlreiche internationale Referenten eingeladen. Dies alles hat seinen Preis, und so kostet das Tagesticket in diesem Jahr € 75,-, zwei Tage € 120,- und das Ticket für die gesamte dreitägige Veranstaltung € 150,-. Dies sind die Preise, die man direkt am Messegelände zahlt, wer online bestellt, kann einiges sparen, beim Tagesticket beispielsweise € 10,-.

Programm der Zukunft Personal 2011 in Köln

Neben den zahlreichen Vorträgen werden auf der Messe auch einige Preise und Auszeichnungen verliehen, so etwa zum 19. Mal der Deutsche Personalwirtschafts-Preis. Ausgezeichnet werden hierbei innovative Konzepte zur Personalarbeit, die sich bereits in der Praxis bewährt haben. Ein besonderes Augenmerk verdient die Themenreihe Personal & Gesundheitswirtschaft, bei der sich am 20. September 2011 alles um das Personalmanagement im Gesundheitswesen dreht. In Vorträgen und Podiumsdiskussionen wird hier gezeigt, wie gute Personalverwaltung- und führung speziell in dieser Branche aussehen kann. Das komplette Programm für 2011 kann man hier nachlesen.

Messen und Kongresse dienen nicht nur der allgemeinen Bildung durch die Teilnahme an Vortragsveranstaltungen und Seminaren. Mindestens genau so wichtig ist der direkte Austausch mit Kollegen, die oft genau die gleichen Fragen haben – und möglicherweise bereits die passenden Antworten dazu. Die Zukunft Personal ist eine der Pflichtveranstaltungen für HR-Verantwortliche, Personalvermittler und Personalmarketing-Experten. Ein Besuch lohnt sich!

Vermittlungsgutscheine werden wieder genutzt

Nachdem für die ersten Monate des Jahres 2011 ein drastischer Rückgang bei der Vergabe von Vermittlungsgutscheinen festzustellen war (wir berichteten), hat sich dieser Trend merklich abgeschwächt. Zwar sind für die Monate Mai, Juni und Juli immer noch deutlich weniger Gutscheine als für den Vorjahreszeitraum ausgegeben worden, doch ist dieser Rückgang mit dem Einbruch zum Jahresbeginn nicht vergleichbar: Für 6678 Vermittlungsgutscheine wurde die Auszahlung der ersten Rate seitens der Bundesagentur für Arbeit bewilligt. In den Monaten Mai bis Juli 2010 war dies noch 7839 mal der Fall gewesen – woraus sich ein Rückgang um etwa 15 Prozent errechnen lässt. Leider liegen für den April 2011 keine Zahlen vor, deshalb ist dieser Monat in unser graphisch aufbereiteten Statistik ausgeblendet.

 

Vermittlungsgutscheine werden Mitte 2011 wieder häufiger eingelöst
Vermittlungsgutscheine werden Mitte 2011 wieder häufiger eingelöst

Damit können die privaten Arbeitsvermittler, die sich zum Großteil durch Vermittlungsgutscheine finanzieren, wieder etwas beruhigter in die Zukunft schauen. Wobei immer noch offen ist, ob der VGS, dessen Wirksamkeit und Kosteneffizienz nachgewiesen ist, auch 2012 noch Verwendung finden wird.

Der Arbeitskreis Leipziger Personalvermittler wird aktiv!

Auf Wunsch unserer Leipziger Kollegen, die sich für den Erhalt des Vermittlungsgutscheins einsetzen, möchten wir Ihnen diese Pressemitteilung nicht vorenthalten:

 

Pressemitteilung vom 08.06.2011
_
– Entwurf des Gesetzes zur Verbesserung der Eingliederungschancen am Arbeitsmarkt
– IAB-Kurzbericht 11/2011
– Gegendarstellung des Arbeitskreises Leipziger Personalvermittler e.V. zum IAB-
Kurzbericht 11/2011 bezüglich der Ausführungen zum Vermittlungsgutschein
****************************************

Der Vermittlungsgutschein ist besser als sein Ruf

Gesetzesänderung geplant ohne neue Forschungsarbeit

In diesem Jahr 2011 soll der Bundestag über die Zukunft und weitere Ausgestaltung auch des Vermittlungsgutscheines entscheiden. Dazu sollten nach dem Koalitionsvertrag von 2009 die arbeitsmarktpolitischen Instrumente der Bundesagentur für Arbeit auf den Prüfstand gestellt werden.

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales legte neben dem Entwurf des „Gesetzes zur Verbesserung der Eingliederungschancen am Arbeitsmarkt“ dazu als „wissenschaftliche Evaluierung“ den Kurzbericht 11/2011 des Institutes für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) bei der Bundesagentur für Arbeit vor.
Das IAB erforschte aber nicht aktuell den Vermittlungsgutschein. Statt dessen werden für den Vermittlungsgutschein mangelnde Wirksamkeit und massive Mitnahmeeffekte unterstellt.
Der Arbeitskreis Leipziger Personalvermittler e.V. überreichte am 07.06.2011 dem Bundestag eine Gegendarstellung zum Kurzbericht des Institutes für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung 11/2011.

Darin konnte nachgewiesen werden, dass gar keine Evaluierung stattgefunden hat und wie vom IAB und der Bundesministerin für Arbeit und Soziales aktiv getäuscht wird.

Erfolge vor allem für Hartz-IV-Empfänger

So wird behauptet, dass vom Vermittlungsgutschein hauptsächlich Kurzzeitarbeitslose mit besseren Arbeitsmarktchancen profitieren würden. Anhand der öffentlich zugänglichen Zahlen wird in der Gegendarstellung verdeutlicht, dass der Vermittlungsgutschein in besonderem Maße für Hartz-IV-Empfänger ein Erfolgsmodell ist. Deutschlandweit betreffen 55,66 Prozent der Privatvermittlungen diesen Personenkreis, in Sachsen sogar 61,81 Prozent. Die sogenannte Verbleibsquote, die die Beschäftigung auch noch nach über 6 Monaten untersucht und zum Vergleichsmaß für die Wirksamkeit von arbeitsmarktpolitischen Instrumenten dient, ist für Hartz-IV-Empfänger mit 62 Prozent errechnet worden.

Damit ist der Vermittlungsgutschein das einzige arbeitsmarktpolitische Instrument, das sich nicht nur positiv auf die Statistik, sondern tatsächlich auf die Lebenswirklichkeit arbeitsuchender Hartz-IV-Empfänger
auswirkt. Langzeitarbeitslosigkeit kann erfolgreich und nachhaltig aufgebrochen werden.

Hartz-IV-Empfänger haben aber keinen Anspruch auf den Vermittlungsgutschein, sie müssen ihren Fallmanager darum bitten. Mit „ermessenslenkenden Weisungen“ haben etliche Jobcenter und Optionskommunen den Vermittlungsgutschein faktisch abgeschafft.

Die Bundesregierung konnte sich leider nicht entschließen, den Vermittlungsgutschein für IV-Empfänger zur Pflichtleistung zu machen, um die beachtlichen Erfolge noch mehr zu steigern.

Verlängerung der Wartezeit auf den Vermittlungsgutschein auf drei Monate

In dem Gesetzentwurf werden Änderungen am Vermittlungsgutschein vorgeschlagen. So soll die Wartezeit bis zum Rechtsanspruch auf den Vermittlungsgutschein für ALG-I-Empfänger von jetzt sechs Wochen auf drei Monate verlängert werden.

Zwar soll der Vermittlungsgutschein auch als Ermessensentscheidung nun schon früher ausgestellt werden können. Die privaten Arbeitsvermittler befürchten aber, dass die im Hartz-IV-Bereich oft unhaltbare Situation nun auch die Empfänger von ALG I treffen wird. Allein ein interne Geschäftsanweisung der Bundesagentur oder des Leiters einer Arbeitsagentur reicht dann nämlich wie etwa beim Jobcenter Hamburg aus, den Fallmanagern pauschal für bestimmte Personengruppen die Ausstellung des Vermittlungsgutscheins zu untersagen. Arbeitslose werden auch nicht einsehen, warum sie bei ihrer (Arbeitslosen-)Versicherung um eine Leistung bitten müssen.

Daher lautet die langjährige Forderung aus der Praxis, dass jeder Arbeitssuchende einen Rechtsanspruch auf den Vermittlungsgutschein haben soll, und das ohne Wartezeit und Leistungsbezug.

Mitnahmeeffekte bestätigten sich nicht

Die behaupteten Mitnahmeeffekte bei jeder fünften Privatvermittlung konnten durch Quellenforschung als freie Erfindung des IAB entlarvt werden. Zwar gab es im Jahr 2006 mit Zahlenmaterial von 2003-2004 eine Befragung einzelner Arbeitsloser mit diesem Ergebnis. Der Autor dieser Studie stellte aber schon damals zugleich fest, dass seine Daten diese Mitnahmeeffekte nicht belegten. Diese Anmerkung wurde aber nun nicht mehr mit zitiert.

Die übergroße Mehrzahl der privaten Arbeitsvermittler arbeitet redlich und ehrlich. Alle privaten Arbeitsvermittler werden ab 2013 außerdem eine Zulassung und Zertifizierung benötigen. Diesen Schritt begrüßen die privaten Arbeitsvermittler, führt er doch zu noch mehr Qualität und Transparenz ihrer Arbeit.

Privatvermittlung als Einsparpotential
Eine einzige Vermittlung durch die Arbeitsagenturen kostete 2007 nach einer Berechnung durchschnittlich 5.268,00 Euro (Prof. Hegele, der Vermittlungsgutschein, Wissenschaftsverlag Berlin, 2008).

Private Arbeitsvermittler erhalten in der Regel aus dem Vermittlungsgutschein nach 6 Wochen Beschäftigung 1.000,00 Euro inklusive Umsatzsteuer und nach 6 Monaten noch einmal 1.000,00 Euro brutto.

Die Privatvermittlungen sind nachhaltiger und wesentlich billiger. Durch die höhere Effizienz der meisten privaten Arbeitsvermittlungen können durch zügigere Vermittlungen sehr viele Leistungen an Arbeitslosengeld eingespart werden.

Der Vermittlungsgutschein wird die öffentliche Arbeitsvermittlung nicht ersetzen, kann diese aber in erheblichem und noch stärkerem Maße unterstützen. Er hat sein Potential gezeigt und sollte verbessert statt verschlechtert werden.

 

*********************************************
Die Gegendarstellung kann per E-Mail angefordert werden: info@aklpv.de
Sie ist auch hier abrufbar: http://aklpv.de/iab_gegendarstellung.pdf

Arbeitskreis Leipziger Personalvermittler e.V.

Der Vorstand
Dipl.-Jur. Thomas Krug, Krug-Personal Leipzig
Ines Gerling, Ines Gerling Private Arbeitsvermittlung Leipzig
Katrin Böttke, B&B Jobvermittlung Leipzig