Vermittlungsgutschein: Dramatischer Rückgang zum Jahresbeginn 2011

VGS brechen in Q1/2011 um 68 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2010 ein

Der durch die Bundesagentur für Arbeit ausgegebene Vermittlungsgutschein findet immer weniger Verwendung. Im ersten Quartal 2011, also den Monaten Januar, Februar und März, sank die Zahl der ausgezahlten ersten Raten an die privaten Arbeitsvermittler gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 68 Prozent ab. Nur 3774 mal fand im gesamten ersten Quartal 2011 eine Auszahlung der ersten Rate des Vermittlungsgutscheins statt, die nach einer Beschäftigungsaufnahme des vermittelten Arbeitnehmers und einer anschließenden sechwöchigen Beschäftigungsdauer erfolgt. Alleine im März 2010 waren es mit 3059 Auszahlungen fast genau so viele.

Vermittlungsgutscheine Anfang 2010 und Anfang 2011
Vermittlungsgutscheine Anfang 2010 und Anfang 2011

Die Ratenzahlung ist eine gute Metrik, um den Erfolg des Vermittlungsgutscheins, der sich in den letzten Jahren als fester Bestandteil der deutschen Arbeitsmarktpolitik etablieren konnte, zu quantifizieren. Nach einem Zeitraum von 6 Monaten erfolgt die zweite Ratenauszahlung, wenn der vermittelte Arbeitnehmer weiterhin einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgeht. Viele private Personalvermittler finanzieren sich zu einem großen Teil über dieses staatliche Gutscheinsystem.

Warum werden weniger Vermittlungsgutscheine ausgezahlt?

Für den Rückgang drängen sich zwei mögliche Erklärungen auf: Ein veränderter Arbeitsmarkt oder eine veränderte Vergabepraxis der Bundesagentur für Arbeit bzw. der Argen. Die anziehende konjunkturelle Entwicklung wird den Arbeitsmarkt zweifelsohne belebt haben, doch wo Unternehmen verstärkt einstellen, dürfte auch die Nachfrage nach Vermittlungsgutscheinen steigen bzw. die Erfolgsquote der privaten Arbeitsvermittler zunehmen. Indizien, dass die Vergabe restriktiver erfolgt, konnten zuletzt bei der lokalen Vermittlungsgutschein-Praxis in Hamburg erkannt werden. Ob sich der drastische Rückgang alleine auf das Handeln der Arbeitsagentur bzw. weiterer mit der Ausgabe der Vermittlungsgutscheine betrauten Einrichtungen erklären lässt, kann hier nicht beantwortet werden. Fakt ist, dass diese Entwicklung dramatisch ist und viele private Arbeitsvermittler in ihrer Existenz bedrohen wird, sollte sich dieser Trend über die nächsten Monate hinaus fortsetzen.

5 Gedanken zu „Vermittlungsgutschein: Dramatischer Rückgang zum Jahresbeginn 2011“

  1. Ich sehe die Anzahl als völlig unerheblich an. Aus meiner Sicht entstehen doch überhaupt keine Kosten für die Allgemeinheit. Es wird nur bezahlt, wenn auch ein Erfolg, heißt Beschäftigung besteht. Ich verstehe die Diskusion eigentlich überhaupt nicht. Die Ämter haben im Normalfall durch die Anzeigepflicht 3 Monate + 6 Wochen Vorlauf bis zur Beantragung des Gutscheines. Und wenn von dort nichts kommt, kann man einen Vermittler einschalten. Der kann dann Arbeit besorgen oder schafft es halt nicht. Es entstehen bis dahin keine Kosten. Wenn er Arbeit besorgt, heißt das: Nach 6 Wochen, es wird in der Zwischenzeit kein AL1 oder 2 gezahlt, gibt es eine erste Rate. Zusätzlich wird noch in die Soz.kasse eingezahlt.
    Im Zweifel hört der AG warum auch immer. Keine Lust, besseres Angebot, Umzu oder weiss der Teufel. Dann gibt es keinerlei Zahlung an den Vermittler. Das sind doch eigentlich Bedingungen die alles andere als einfach und Schlaraffia sind. Um die Sache zu krönen. Der Arbeitgeber kündigt, wird gekündigt und wenn nur für einen Tag vor den 6 Wochen und fängt dann wieder an und arbeitet das nächste Jahr oder für „immer“ dort, dann gibt es überhaupt keine Zahlung an den Vermittler (ein Beispiel aus der Praxis) . Kaum zu glauben aber so ist es.
    Alles in allem funktioniert die Vermittlung doch nur wenn man richtig arbeitet. Die richtigen Bewerber für die richtigen Stellen findet und diese dann dort auch langfristig arbeiten.
    VMG: Das preiswerteste und sinnvollste Instrument das ich bisher kennen gelrnt habe.
    Gern höre ich Gegenargumente.

  2. ich bin arbeitslos und die frist von 1 jahr ist zuende und bekomme nichts mehr .die stellenangebote werden doch nur noch von fremdfirmen oder mit vermittlungsscheinen vergeben und wenn ich so nachdenke das ich für die selbe arbeit die ich 23 jahre getan habe mit 13 euro die std jetzt für 7,89 losgehen soll finde ich schon erschreckend den bei lohnseuerkl 5 bleibt nichts hängen . die vermittlungscheine werden vom vermittler auch gerne angeboten das man sie selber zahlen kann was ja wohl noch dreister ist wenn man kein arbeitslosengeld bekommt und es steht dann sowieso in den sternen ob man diesen job behält also alles nur ne abzocke

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